Ausbilderschein in Stuttgart: den AdA-Schein nach AEVO berufsbegleitend machen

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Den Ausbilderschein in Stuttgart machst du in zwei Schritten: Du bereitest dich auf die Ausbildereignungsprüfung nach der AEVO vor und legst sie danach bei der IHK Region Stuttgart oder der Handwerkskammer Region Stuttgart ab. Formale Zulassungsvoraussetzungen für die Prüfung gibt es seit 2009 keine. Ein Vorbereitungskurs kostet je nach Format meist zwischen rund 400 und 800 Euro (geschätzte Spanne, Stand 2026), dazu kommt die Prüfungsgebühr der Kammer. Berufsbegleitend zieht sich die Vorbereitung über Wochen bis Monate, im eigenen Lerntempo. Gebraucht wird der Nachweis überall dort, wo ein Betrieb ausbilden will.

Warum Stuttgarts Industrie und Handwerk geprüfte Ausbilder brauchen

Der Ausbilderschein, meist AdA-Schein genannt nach dem Lehrgang „Ausbildung der Ausbilder“, ist der Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen Eignung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO). Das Berufsbildungsgesetz verlangt in den §§ 28 und 30, dass nur ausbilden darf, wer persönlich und fachlich geeignet ist; den pädagogischen Teil dieser Eignung weist die AEVO-Prüfung nach. Ein Betrieb, der ausbilden will, braucht mindestens eine Person mit diesem Nachweis.

Im Raum Stuttgart ist das kein Randthema. Die Region lebt vom Fahrzeug- und Maschinenbau, von der Metall- und Elektroindustrie und einem dichten Netz an Zulieferern, dazu kommt ein starkes, technisch geprägtes Handwerk. Diese Betriebe bilden ihren Facharbeiternachwuchs überwiegend selbst aus, vom Industriemechaniker über den Mechatroniker bis zum Elektroniker. Allein die Handwerkskammer Region Stuttgart zählte 2024 rund 186.000 Beschäftigte in 32.603 Betrieben; 3.733 davon bildeten aus und schlossen 4.063 neue Ausbildungsverträge ab.

Zugleich wurden 2024 im Kammerbezirk 1.518 Ausbildungsverhältnisse vorzeitig gelöst. Solche Zahlen zeigen, dass es nicht nur darauf ankommt, überhaupt auszubilden, sondern gut auszubilden: Wer Azubis fachlich wie pädagogisch anleiten kann, hält sie eher im Betrieb. Genau dafür steht die Ausbildereignung. Die Vorbereitung darauf ist an keinen Kursort gebunden.

Die AEVO-Prüfung bei IHK und Handwerkskammer der Region Stuttgart

In der Region Stuttgart nehmen zwei Kammern die Prüfung ab. Für kaufmännische, industrielle und dienstleistungsnahe Berufe ist die IHK Region Stuttgart zuständig, deren Bezirk neben der Stadt die Landkreise Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und den Rems-Murr-Kreis umfasst. Für die Handwerksberufe prüft die Handwerkskammer Region Stuttgart, bei der die Ausbildereignung zugleich Teil IV der Meisterprüfung ist. Beide prüfen nach derselben Bundesverordnung; unterschiedlich ist allein die Organisation.

Der Aufbau ist bundeseinheitlich: ein schriftlicher Teil von rund 180 Minuten mit fallbezogenen Aufgaben aus den vier Handlungsfeldern (Ausbildung planen, vorbereiten, durchführen und abschließen) und ein praktischer Teil von höchstens 30 Minuten, in dem du eine Ausbildungssituation präsentierst oder durchführst und anschließend im Fachgespräch begründest. Beide Teile müssen bestanden sein.

Seit dem 1. August 2009 verlangt die Prüfung keinen Kursnachweis mehr. Du bereitest dich also frei vor und meldest dich nur zur Kammerprüfung an; wo und wie du lernst, bleibt dir überlassen. Die Prüfung selbst legst du in jedem Fall vor Ort bei deiner Kammer in der Region ab.

Voraussetzungen zur Prüfung und zum Ausbilden

Bei den Voraussetzungen musst du zwei Ebenen beachten. Für die Zulassung zur AEVO-Prüfung gibt es keine formalen Hürden: kein Mindestalter, keinen bestimmten Schulabschluss, keine vorgeschriebene Berufserfahrung. Wer sich anmeldet und die Gebühr zahlt, darf antreten, auch eine Fachkraft Mitte 20, die der Betrieb gerade in die Ausbilderrolle bringt.

Die zweite Ebene ist das tatsächliche Ausbilden. Wer im Betrieb als verantwortlicher Ausbilder benannt werden soll, braucht nach dem Berufsbildungsgesetz zusätzlich die fachliche Eignung, in der Regel eine einschlägige Berufsausbildung oder ein passendes Studium mit Praxis, sowie die persönliche Eignung. Die AEVO-Prüfung liefert den pädagogischen Baustein, nicht die fachliche Grundlage.

Im Handwerk ist der Schein als Teil IV fest in die Meisterprüfung eingebaut; wer den Meister macht, erwirbt die Ausbildereignung damit automatisch. Und wer aus Industrie oder Handel einen Fachwirt oder Industriemeister anstrebt, findet die berufs- und arbeitspädagogischen Inhalte dort ebenfalls wieder. Manche Fachwirtabschlüsse befreien sogar vom schriftlichen Teil der AEVO-Prüfung, sodass nur noch der praktische Teil bleibt. Weil die Kammer kein Kursformat vorschreibt, zählt allein, dass du am Prüfungstag vorbereitet bist; ein Online-Lehrgang steht dabei gleichberechtigt neben einem Präsenzkurs.

Was der Ausbilderschein in Stuttgart kostet

Beim Preis lohnt es sich, zwei Posten zu trennen: die Gebühr für den Vorbereitungskurs und die Prüfungsgebühr der Kammer, die immer zusätzlich anfällt. Die Kursgebühr hängt fast vollständig am Format; Vollzeit-Kompaktkurs, Abend- oder Wochenendkurs und Online-Lehrgang liegen preislich weit auseinander. Als grobe Orientierung bewegen sich reine AEVO-Vorbereitungskurse in einer geschätzten Spanne von rund 400 bis 800 Euro (Stand 2026); belastbare Durchschnittswerte gibt es nicht, weil die Angebote zu unterschiedlich sind.

Die Prüfungsgebühr ist regional geregelt. Für die Ausbildereignung im Handwerk (Teil IV der Meisterprüfung) nennt die Handwerkskammer Region Stuttgart 180 Euro (Stand 2025). Für die IHK Region Stuttgart ist die genaue AEVO-Gebühr nicht öffentlich beziffert; im Land liegt sie in einer Größenordnung von rund 230 bis 240 Euro (Stand 2026). Den verbindlichen Betrag erfährst du im Gebührentarif der IHK Region Stuttgart.

Posten Betrag
Vorbereitungskurs (geschätzte Marktspanne, je nach Format) ca. 400–800 € (Stand 2026)
Prüfungsgebühr Handwerkskammer Region Stuttgart (Teil IV) 180 € (Stand 2025)
Prüfungsgebühr IHK Region Stuttgart rund 230–240 € (Größenordnung, Stand 2026)

Die Prüfungsgebühr steht fest; steuern kannst du vor allem die Kurskosten über das Format. Kommt eine Wiederholung oder ein Rücktritt dazu, berechnen die Kammern dafür gesonderte, gestaffelte Gebühren. Ein Präsenzkurs bringt in einem so weit gefassten Kammerbezirk wie dem der Region Stuttgart zusätzlich Fahrtzeit mit sich, aus Göppingen oder dem Rems-Murr-Kreis schnell mehrere Stunden pro Kurstag, die bei einer ortsunabhängigen Vorbereitung wegfällt.

Wie lange die Vorbereitung dauert

Der inhaltliche Rahmen ist überall gleich: die vier Handlungsfelder der AEVO, dazu die praktische Unterweisung, die vorbereitet sein will. Ein Vollzeit-Kompaktkurs presst das in ein bis zwei Blockwochen und verlangt dafür eine zusammenhängende Freistellung. Berufsbegleitend verteilt sich derselbe Stoff über mehrere Wochen bis Monate, auf Abende, Wochenenden oder frei einteilbare Selbstlernphasen.

Für Fachkräfte in Fertigung und Werkstatt ist der eigentliche Engpass selten der Stoff, sondern die Zeit: Schichtbetrieb und feste Kurstermine lassen sich schwer übereinanderlegen. Ein selbst eingeteiltes Format entkoppelt das Lernen vom Schichtplan und lässt sich auf einen gewählten Prüfungstermin hin takten. Zieht sich die Vorbereitung, verschiebt sich damit nur der Zeitpunkt, zu dem du dich bei der Kammer anmeldest.

Bildungszeit in Baden-Württemberg: fünf Tage, oft über den Betrieb

Baden-Württemberg regelt die Freistellung für Weiterbildung im Bildungszeitgesetz (BzG BW), das seit dem 1. Juli 2015 gilt und 2021 novelliert wurde. Beschäftigten stehen fünf Arbeitstage pro Kalenderjahr zu. Anders als in manchen Ländern sind diese Tage nicht auf das Folgejahr übertragbar und nicht zu zehn Tagen zusammenlegbar. Der Anspruch entsteht erst nach zwölf Monaten im Betrieb, und verpflichtend ist er nur in Betrieben mit mindestens zehn Beschäftigten; in kleineren Betrieben bleibt die Freistellung freiwillig.

Zwei Besonderheiten sind für einen AEVO-Kurs wichtig. Erstens erkennt Baden-Württemberg nicht einzelne Kurse an, sondern die Bildungseinrichtung als Ganze; zuständig dafür ist das Regierungspräsidium Karlsruhe. Zweitens ist Bildungszeit für reine Online-Formate nicht ausdrücklich geregelt: Ob ein Online-Kurs als Bildungszeit anerkannt wird, entscheidet der Arbeitgeber.

Beim Ausbilderschein fällt das oft weniger ins Gewicht, weil der Betrieb den Schein selbst veranlasst. Dann läuft die Freistellung meist über eine betriebliche Vereinbarung, und der gesetzliche Anspruch ist die Rückfalloption. Fünf freie Tage tragen ohnehin eher einen Intensivblock samt Prüfungstag als eine über Monate verteilte berufsbegleitende Vorbereitung. Je weniger zusammenhängende Präsenztage ein Format verlangt, desto weniger Freistellung musst du aushandeln.

Förderung in Baden-Württemberg

Die Vorbereitung musst du nicht allein finanzieren, und Baden-Württemberg hat dafür ein eigenes Programm. Über die ESF-Plus-Fachkursförderung des Landes werden überbetriebliche Fachkurse bezuschusst. Die Quote hängt u. a. am Kursbeginn: für Kurse ab dem 1. September 2026 gilt einheitlich ein Satz von 45 Prozent (Stand August 2026). Das Programm hat eine Grenze: Fernlehrgänge sind ausdrücklich ausgeschlossen, gefördert werden Präsenz- und Live-Online-Fachkurse mit 8 bis 160 Unterrichtseinheiten. Über die Förderfähigkeit entscheidet die L-Bank.

Der zweite Weg führt über den Arbeitgeber. Weil die Ausbildereignung meist im betrieblichen Interesse liegt, ist das der naheliegende Adressat: Über das Qualifizierungschancengesetz kann der Betrieb einen Zuschuss zu den Lehrgangskosten beantragen, gestaffelt nach Betriebsgröße (Stand 2026), bei unter zehn Beschäftigten bis zu 100 Prozent, bei 10 bis 249 bis zu 50 Prozent, in größeren Betrieben weniger. Den Antrag stellt der Arbeitgeber, nicht du.

Der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit ist ein anderer Fall: Er richtet sich vor allem an Arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit Bedrohte und gilt nur für Kurse mit AZAV-Zulassung, einem eigenen Zulassungsverfahren, das nicht jede Weiterbildung durchläuft. Welcher Weg passt, hängt an deiner Situation und den Programmbedingungen, nicht am Lernformat. Ein Online-Kurs ist so förderfähig wie ein Präsenzkurs, solange er die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt.

Der Ausbilderschein-Kurs bei der BMA

Die Business & Management Akademie bietet die Vorbereitung auf die Ausbilder-Eignungsprüfung als reinen Online-Lehrgang an. Acht Module führen durch die vier Handlungsfelder der AEVO und bereiten auf den schriftlichen wie den praktischen Teil der IHK-Prüfung vor; insgesamt sind es 187 Unterrichtseinheiten, ergänzt um Selbstlern- und Hausaufgaben und einen Test am Ende jedes Kapitels. Die Regeldauer liegt bei drei Monaten, gerechnet auf zwölf Stunden Lernzeit pro Woche. Reicht die Zeit nicht, verlängert sich der Zugang automatisch und kostenlos um weitere drei Monate.

Der Lehrgang ist von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht geprüft und zugelassen (Zulassungsnummer 5145224). Du beginnst an jedem beliebigen Tag, weil die Inhalte ab dem Buchungstag im Online-Campus bereitstehen. Außer einem Mindestalter von 18 Jahren, schnellem Internet und guten Deutschkenntnissen gibt es keine Voraussetzungen; zum Abschluss erhältst du ein Zertifikat auf Deutsch und Englisch, das unbegrenzt gültig ist und nicht erneuert werden muss.

Der Kurs kostet 299 € und lässt sich vorab kostenlos testen; die Gebühr ist in Raten zahlbar, dazu gibt es eine Geld-zurück-Garantie. Bewertet ist der Lehrgang mit 4,9 von 5 Sternen bei 118 Bewertungen. Die externe Prüfungsgebühr der Kammer kommt separat dazu. Alle Module und Konditionen findest du auf der Kursseite: AdA Kurs: Ausbilderschein online.

Häufige Fragen

Oft ja, denn die Ausbildereignung dient direkt dem betrieblichen Ausbildungsbedarf, und viele Betriebe im Raum Stuttgart übernehmen Kurs- und Prüfungskosten. Zusätzlich kann dein Arbeitgeber über das Qualifizierungschancengesetz einen Zuschuss beantragen, der nach Betriebsgröße gestaffelt ist; bei unter zehn Beschäftigten sind bis zu 100 Prozent der Lehrgangskosten möglich. Den Antrag stellt der Betrieb, nicht du.

Die Kammern schreiben kein bestimmtes Kursformat vor. Sie prüfen ausschließlich die berufs- und arbeitspädagogische Eignung in der AEVO-Prüfung, egal ob du dich in Präsenz, online oder im Selbststudium vorbereitet hast. Ein Online-Kurs ist damit genauso anerkannt wie ein Präsenzkurs. Eine gesonderte Frage ist nur die Bildungszeit in Baden-Württemberg, deren Anerkennung von Online-Formaten der Arbeitgeber entscheidet.

Ja. Seit dem 1. August 2009 verlangt die AEVO-Prüfung keinen Kursnachweis und keine formale Vorbildung mehr. Du kannst dich im Selbststudium oder online vorbereiten und dich direkt bei der IHK oder der Handwerkskammer anmelden. Ein Vorbereitungskurs ist freiwillig; er ersetzt die Prüfung nicht, sondern erhöht die Chance, sie beim ersten Anlauf zu bestehen, besonders im praktischen Teil.

Das hängt von deinem Beruf ab. Für kaufmännische, industrielle und dienstleistungsnahe Berufe prüft die IHK Region Stuttgart, deren Bezirk neben der Stadt die Landkreise Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und den Rems-Murr-Kreis umfasst. Für Handwerksberufe ist die Handwerkskammer Region Stuttgart zuständig, bei der die Ausbildereignung Teil IV der Meisterprüfung ist. Beide prüfen nach derselben bundesweiten AEVO.

Die Kosten haben zwei Teile. Für die Vorbereitung zahlst du je nach Format sehr unterschiedlich, vom Vollzeit-Kompaktkurs bis zum Online-Lehrgang; als grobe Marktspanne gelten rund 400 bis 800 Euro (geschätzt, Stand 2026). Dazu kommt bei jedem Weg die Prüfungsgebühr der Kammer: Bei der Handwerkskammer Region Stuttgart sind es für Teil IV 180 Euro, bei der IHK Region Stuttgart liegt sie in einer Größenordnung von rund 230 bis 240 Euro. Diese Gebühr fällt unabhängig davon an, wie du dich vorbereitet hast.

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