Ausbilderschein in Berlin: den AdA-Schein nach AEVO berufsbegleitend machen

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Den Ausbilderschein in Berlin machst du nicht in einem Kurs, sondern mit einer Prüfung: Die Ausbildereignung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) legst du bei der IHK Berlin oder der Handwerkskammer Berlin ab. Ein Vorbereitungskurs ist üblich, aber nicht vorgeschrieben, und formale Zulassungsvoraussetzungen für die Prüfung gibt es keine. Die Prüfungsgebühr der Kammer liegt in Berlin zwischen 171,25 und 200 Euro; die Kursgebühr kommt je nach Format dazu. Wie lange die Vorbereitung dauert, hängt vor allem vom Format und dem eigenen Lerntempo ab: von einer Intensivwoche bis zu mehreren Monaten berufsbegleitend.

Wer in Berlin einen Ausbilderschein braucht

Wer im Betrieb Auszubildende betreut, muss zwei Eignungen mitbringen: die fachliche Eignung im jeweiligen Beruf, die § 30 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) regelt, und die berufs- und arbeitspädagogische Eignung, die in der AEVO steht. Der Ausbilderschein, im Alltag AdA-Schein, weist den zweiten Teil nach: dass du eine Ausbildung selbstständig planen, durchführen und abschließen kannst. Ein Betrieb, der ausbilden will, muss mindestens eine Person mit diesem Nachweis oder einer gleichwertigen Qualifikation haben, sonst erkennt die Kammer ihn nicht als Ausbildungsstätte an.

In Berlin trifft dieser Bedarf auf eine besondere Wirtschaftsstruktur. Neben Handwerk, Handel und einem großen öffentlichen Sektor prägen junge Firmen aus der Digitalwirtschaft die Stadt, die zunächst mit Werkstudenten und Praktika gearbeitet haben und erst nach und nach anerkannte Ausbildungsberufe wie Fachinformatiker oder Kaufleute für E-Commerce anbieten konnten. Damit die IHK Berlin einen solchen Betrieb als Ausbildungsstätte anerkennt, muss dort jemand die Ausbildereignung nachweisen. Der AdA-Schein ist in diesen Fällen die Brücke von einer bislang informellen Personalentwicklung zur formalen Berufsausbildung.

Wie angespannt der Arbeitsmarkt in der Bundeshauptstadt ist, zeigt die Arbeitslosenquote von 10,2 Prozent (Berlin, Juni 2026), was im Bundesvergleich hoch ist. Dynamisch ist vor allem die Ausbildung im Gesundheitswesen: An 51 anerkannten Einrichtungen lernten im Ausbildungsjahr 2024/25 rund 11.028 Menschen, die Zahl der Azubis im Pflegebereich stieg von 2.137 (2020) auf 6.546 (2024). Für die AEVO zählt dieser Boom aber nur mittelbar: In der Pflege regelt das Pflegeberufegesetz die pädagogische Rolle der Mitarbeitenden, während die Ausbildereignung bei kaufmännischen, gewerblich-technischen und IT-Berufen sowie in der Verwaltung greift.

Der Nachweis, den du erwirbst, gilt bundesweit und unbefristet. Die Vorbereitung lässt sich deshalb ortsunabhängig erledigen, während die Ausbildung selbst dort stattfindet, wo dein Betrieb sitzt.

Die AEVO-Prüfung bei der IHK Berlin und der Handwerkskammer Berlin

Die AEVO gilt bundesweit, organisiert wird die Prüfung aber von der Kammer. In Berlin sind zwei Stellen zuständig: die IHK Berlin für Berufe aus Industrie, Handel und Dienstleistung und die Handwerkskammer Berlin für die Handwerksberufe. Welche Stelle dich prüft, richtet sich nach dem Ausbildungsberuf, in dem du ausbilden willst, nicht nach deinem Wohnort.

Die Prüfung hat zwei Teile. Der schriftliche Teil dauert 180 Minuten und besteht aus Multiple-Choice-Aufgaben zu den vier Handlungsfeldern der AEVO, also Ausbildung planen, vorbereiten, durchführen und abschließen; bei der IHK Berlin sind es rund 70 Aufgaben, bestanden hat, wer mindestens die Hälfte der Punkte erreicht. Der praktische Teil dauert höchstens 30 Minuten: Du präsentierst oder führst eine berufstypische Ausbildungssituation von etwa 15 Minuten vor und begründest sie anschließend im Fachgespräch. Beide Teile müssen mindestens mit ausreichend bestanden sein; wer einen Teil nicht schafft, kann ihn zweimal wiederholen, der bestandene bleibt angerechnet.

Organisatorisch ist die Prüfung in Berlin folgendermaßen geregelt: Die schriftlichen Termine schreibst du im Haus der IHK Berlin in Charlottenburg, die Anmeldung läuft als Privatperson über das Portal der Kammer, auch dann, wenn dein Arbeitgeber die Gebühr übernimmt. Im Handwerk ist die Ausbildereignung als Teil IV in die Meisterprüfung integriert; wer den Meister macht, legt keine separate AEVO-Prüfung ab. Termin und Ort der Prüfung sind damit fest, die Vorbereitung darauf ist es nicht und kann neben dem Job laufen.

Voraussetzungen: von der Prüfungszulassung zur Ausbildererlaubnis

Für die AEVO-Prüfung selbst gibt es keine Zulassungsvoraussetzungen. Weder ein bestimmter Schulabschluss noch ein Mindestalter oder eine nachgewiesene Berufserfahrung sind vorgeschrieben, Einen Kursnachweis verlangt die Kammer ebenfalls nicht. Du kannst dich als externer Prüfling direkt anmelden und ohne einen vorherigen Lehrgang absolvieren zu müssen.

Davon zu trennen ist die Frage, wer anschließend tatsächlich ausbilden darf. Um im Ausbildungsvertrag als verantwortlicher Ausbilder benannt zu werden, verlangt § 30 BBiG zusätzlich die fachliche Eignung, in der Regel einen einschlägigen Berufsabschluss und angemessene Praxis, sowie die persönliche Eignung. Die bestandene AEVO-Prüfung ist also der pädagogische Nachweis, aber nicht automatisch die Erlaubnis, in jedem Beruf auszubilden.

Für Berlin ist dabei eine Besonderheit wichtig, die gerade in einer Stadt mit vielen Quereinsteigern und internationalen Fachkräften zählt: Wer die nötigen beruflichen Kenntnisse besitzt, aber kein passendes Prüfungszeugnis vorlegen kann, dem kann die zuständige Senatsverwaltung die fachliche Eignung auf Antrag ersatzweise zuerkennen. So kannst du auch dann Ausbilder werden, wenn dein Abschluss aus dem Ausland stammt oder nicht zu 100 % zum Ausbildungsberuf passt.

Weil kein Kursformat vorgeschrieben ist, hast du die freie Wahl, wie du dich vorbereitest. Ein Online-Kurs setzt voraus, dass du dir den Lernstoff selbstständig einteilst und beibringst. Deine Prüfung legst du dann vor der Kammer ab.

Wie lange die Vorbereitung dauert

Die Dauer hängt weniger vom Stoffumfang als von der Lernform ab. Grob gesagt gibt es drei Wege: den mehrtägigen Präsenz-Kompaktkurs, der die Inhalte in Vollzeit bündelt und dafür eine Freistellung vom Job verlangt; den berufsbegleitenden Kurs mit Terminen am Abend oder Wochenende über mehrere Wochen und den flexiblen Online- oder Fernkurs, den du in deinem eigenen Rhythmus bearbeitest.

Verlässliche Durchschnittsdauern gibt es nicht, weil Vorwissen und Lerntempo stark variieren. Fest steht nur der Rahmen der Kammer: Der schriftliche und praktische Teil liegen meist einige Wochen auseinander und die praktische Unterweisung will vorbereitet sein. Für das Verfahren von der Anmeldung bis zum praktischen Teil solltest du besser ein bis zwei Monate einplanen als nur ein paar wenige Tage.

Der Selbstlernanteil ist sehr gewichtig, denn die AEVO deckt Recht, Betriebsorganisation und Pädagogik ab. Ein Selbstlernformat lässt dich das Lerntempo und somit die Länge des Kurses selbst bestimmen. Zieht sich die Vorbereitung etwas, verschiebt sich damit nur der Zeitpunkt, zu dem du dich zur Kammerprüfung anmeldest.

Was der Ausbilderschein in Berlin kostet

Bei den Kosten ist es wichtig, zwei Faktoren auseinanderzuhalten: Der erste ist die Prüfungsgebühr der Kammer; sie fällt an, egal auf welche Art du dich vorbereitet hast. Bei der IHK Berlin kostet die vollständige Prüfung 200 Euro (Stand Oktober 2024), aufgeteilt in 65 Euro für den schriftlichen und 135 Euro für den praktischen Teil; eine Wiederholung schlägt mit dem jeweiligen Teilbetrag zu Buche. Die Handwerkskammer Berlin verlangt für die AEVO-Prüfung 171,25 Euro (Stand: Beschlüsse bis Ende 2024).

Der zweite Faktor ist die Kursgebühr. Diese hängt fast vollständig vom Format ab. Mehrtägige Präsenz-Kompaktkurse in Berlin liegen als grobe Orientierung zwischen 800 und 950 Euro (Stand 2026). Für Abend-, Wochenend- und reine Online-Formate lässt sich seriös keine belastbare Spanne angeben, weil die Angebote preislich stark variieren.

Position Kosten
AEVO-Prüfung IHK Berlin (schriftlich + praktisch) 200 € (Stand Oktober 2024)
AEVO-Prüfung Handwerkskammer Berlin 171,25 € (Stand: Beschlüsse bis Ende 2024)
Mehrtägiger Präsenz-Kompaktkurs (Vorbereitung) rund 800–950 € (Stand 2026)
Berufsbegleitend oder online (Vorbereitung) je nach Anbieter

Bei Präsenzkursen kommen Nebenkosten dazu, die in der  ersten Rechnung oft untergehen: Wer aus Köpenick oder Spandau mehrere Tage zu einem Kurs in die Innenstadt fahren muss, verbringt schnell zwei Stunden am Tag in S- und U-Bahn. Bei einem Online-Kurs entfällt dieser Posten; die Prüfungsgebühr plus Anreisekosten zur Berliner Kammer bleibt in jedem Fall bestehen.

Bildungszeit in Berlin: fünf Tage neben dem Job

Berliner Arbeitnehmer haben seit dem Berliner Bildungszeitgesetz vom 5. Juli 2021 einen eigenen Freistellungsanspruch. Beschäftigten stehen fünf Arbeitstage Bildungszeit pro Kalenderjahr zu; bei einer Fünf-Tage-Woche lassen sie sich mit dem Anspruch des Folgejahres auf zehn Tage in einem Jahr bündeln. Der Anspruch entsteht nach sechs Monaten im Betrieb, das Entgelt läuft weiter und die Freistellung meldest du dem Arbeitgeber in der Regel sechs Wochen vor Kursbeginn. die Senatsverwaltung muss die Veranstaltung anerkennen. Den Antrag darauf stellt der Bildungsträger, nicht du, und zwar spätestens zehn Wochen vor Beginn.

Für die Ausbildereignung liegt der Fall anders als bspw. bei einem selbst gewählten Management-Lehrgang. Weil der AdA-Schein oft vom Betrieb angeregt und finanziert wird, läuft die Freistellung in der Regel über eine betriebliche Vereinbarung als über den Anspruch auf Freistellung. Wer den Schein dagegen aus eigenem Antrieb macht und selbst zahlt, kann die fünf oder gebündelt zehn Tage nutzen, um einen kompakten AEVO-Block am Stück zu belegen. Ein mehrmonatiger Lehrgang ließe sich damit nicht abdecken, ein Vorbereitungsblock von wenigen Tagen dagegen schon.

Ob ein Online- oder Fernkurs als Bildungszeit anerkannt wird, ist keine Frage des Formats, sondern der Einzelfallprüfung durch die Senatsverwaltung. Pauschal anerkannt ist kein Angebot. Ein über Wochen laufender Online-Lehrgang braucht die Freistellung ohnehin seltener, weil er sich in die Zeiten außerhalb der Arbeit unterbringen lässt anstatt einen zusammenhängenden Zeitraum zu blockieren.

Förderung: Wer die Kosten der AEVO-Qualifizierung mitträgt

Du musst die Kosten der Weiterbildung nicht allein tragen. Über das Qualifizierungschancengesetz (§ 82 SGB III) kann ein Arbeitgeber vor Beginn bei der Bundesagentur für Arbeit einen Zuschuss zu Lehrgangs- und Lohnkosten beantragen, gestaffelt nach Betriebsgröße (Stand 2025/2026): bei unter zehn Beschäftigten bis zu 100 Prozent der Lehrgangskosten und bis zu 75 Prozent Entgeltzuschuss, bei unter 250 bis zu 50 Prozent, bei unter 2.500 bis zu 25 Prozent und darüber bis zu 15 Prozent. Den Antrag stellt der Betrieb, nicht du.

Zwei Dinge sind dabei wichtig. Gefördert werden nur Maßnahmen ab 120 Unterrichtsstunden und die Maßnahme muss zusätzlich AZAV-zugelassen sein - ein eigenes Zulassungsverfahren, das viele Weiterbildungen nicht durchlaufen. Ein spezielles Berliner Landesprogramm nur für die Ausbildereignung gibt es nicht. Wer den Schein selbst zahlt, kann die Kurs- und Prüfungskosten aber als beruflich veranlasste Weiterbildung steuerlich als Werbungskosten absetzen.

Ein Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit ist ebenfalls nur bei AZAV-zugelassenen Angeboten möglich und richtet sich vor allem an Arbeitssuchende. Weil das Qualifizierungschancengesetz längere Formate belohnt, erreicht ein über Wochen laufender, oft online absolvierbarer Lehrgang die 120-Stunden-Schwelle leichter als eine kurze Intensivwoche.

Ausbilderschein online bei der BMA

Die Business & Management Akademie (BMA) bietet die Vorbereitung auf die AEVO-Prüfung als reinen Online-Lehrgang an. Acht Module führen durch die berufs- und arbeitspädagogischen Inhalte bis zur schriftlichen und praktischen Prüfung, insgesamt 187 Unterrichtseinheiten, ergänzt um Selbstlern- und Hausaufgaben und einen Test am Ende jedes Kapitels. Die Regeldauer liegt bei drei Monaten, gerechnet auf zwölf Stunden Lernzeit pro Woche; reicht die Zeit nicht, verlängert sich der Zugang automatisch und kostenlos um weitere drei Monate.

Der Lehrgang ist von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht geprüft und zugelassen (Zulassungsnummer 5145224) und entspricht dem Qualifikationsniveau 3. Du beginnst an jedem beliebigen Tag, weil die Inhalte ab dem Buchungstag im Online-Campus bereitstehen. Formale Voraussetzungen gibt es kaum: ein Mindestalter von 18 Jahren, ein schneller Internetzugang und gute Deutschkenntnisse. Nach bestandener Prüfung erhältst du ein Zertifikat in deutscher und englischer Sprache, das unbegrenzt gültig ist und nicht erneuert werden muss.

Der Kurs kostet 299 €; die Prüfungsgebühr der zuständigen Kammer kommt, wie bei jedem Vorbereitungsangebot, separat hinzu. Vorab kannst du den Zugang kostenlos testen, die Gebühr ist in Raten zahlbar, und es gibt eine Geld-zurück-Garantie. In den Bewertungen kommt der Kurs auf 4,9 von 5 Punkten aus 118 Bewertungen. Alle Module und Konditionen findest du auf der Kursseite: Ausbilderschein online.

Häufige Fragen

Ja. Den AdA-Schein bekommst du mit der bestandenen AEVO-Prüfung bei der Kammer - und diese Prüfung ist unabhängig davon, wie du dich vorbereitet hast. Die Kammer prüft die berufs- und arbeitspädagogische Eignung, nicht den Lernweg. Ein online abgeschlossener Vorbereitungskurs steht einem Präsenzkurs damit gleich, nur die Prüfung selbst legst du vor Ort in Berlin ab. Der Schein gilt danach bundesweit und ist unbefristet gültig.

Der Ausbilderschein ist notwendig, aber nicht alles. Er weist die berufs- und arbeitspädagogische Eignung nach. Um im Betrieb auszubilden, verlangt § 30 BBiG zusätzlich die fachliche Eignung, meist einen einschlägigen Berufsabschluss mit Praxis, und die persönliche Eignung. In Berlin kann die Senatsverwaltung die fachliche Eignung auf Antrag ersatzweise zuerkennen, wenn zwar die Kenntnisse, aber kein passendes Zeugnis vorliegen. Das hilft Quereinsteigern und internationalen Fachkräften.

In Berlin stehen dir fünf Arbeitstage Bildungszeit pro Kalenderjahr zu, die du bei einer Fünf-Tage-Woche mit dem Folgejahr auf zehn Tage bündeln kannst. Der Anspruch entsteht nach sechs Monaten im Betrieb, das Entgelt läuft weiter, und du meldest die Freistellung in der Regel sechs Wochen vorher bei deinem Arbeitgeber an. Die Veranstaltung muss die Senatsverwaltung anerkannt haben. Ob das für einen bestimmten Kurs gilt, klärst du vor der Buchung.

Das hängt vom Ausbildungsberuf ab, nicht vom Wohnort. Für Berufe aus Industrie, Handel und Dienstleistung prüft die IHK Berlin, für die Handwerksberufe die Handwerkskammer Berlin. Beide nehmen die AEVO-Prüfung nach demselben bundeseinheitlichen Rahmen ab. Im Handwerk ist die Ausbildereignung zugleich Teil IV der Meisterprüfung; wer den Meister ablegt, braucht keine separate AEVO-Prüfung mehr.

Die Kosten bestehen aus zwei Teilen. Die Kosten für die Vorbereitung variieren je nach Format - vom mehrtägigen Präsenz-Kompaktkurs bis zum mehrwöchigen Online-Kurs. Belastbare Durchschnittspreise gibt es nicht, weil sich die Angebote stark unterscheiden. Dazu kommt die Prüfungsgebühr der Kammer: bei der IHK Berlin 200 Euro (Stand Oktober 2024), bei der Handwerkskammer Berlin 171,25 Euro. Wer ohne Vorbereitungskurs zur Prüfung antritt, zahlt nur diese Gebühr.

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