Ausbilderschein in Hamburg: den AdA-Schein nach AEVO berufsbegleitend machen

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Den Ausbilderschein in Hamburg erwirbst du nicht in einem Kurs, sondern in einer Prüfung: Die Ausbildereignung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) legst du bei der Handelskammer oder der Handwerkskammer ab. Ein Vorbereitungskurs ist üblich, aber nicht vorgeschrieben, und formale Zulassungsvoraussetzungen für die Prüfung gibt es keine. Die Prüfungsgebühr der Kammer liegt in Hamburg bei rund 213 bis 225 Euro (Stand 2024/2026); dazu kommt, je nach Format, das Entgelt für den Vorbereitungskurs. Zeitlich reicht die Spanne von einer Vollzeitwoche bis zu mehreren Monaten berufsbegleitend.

Was der Ausbilderschein ist und wer ihn in Hamburg braucht

Wer im Betrieb Auszubildende betreut, braucht zwei Dinge: die fachliche Eignung im jeweiligen Beruf, die das Berufsbildungsgesetz in § 30 BBiG regelt, und die berufs- und arbeitspädagogische Eignung, die in der AEVO steht. Der Ausbilderschein, auch AdA-Schein genannt, weist den zweiten Teil nach: dass du eine Ausbildung selbstständig planen, durchführen und abschließen kannst, gegliedert in vier Handlungsfelder.

In Hamburg ist der Bedarf konkret. Zum Ausbildungsjahr 2024/25 waren rund 10.100 Ausbildungsstellen gemeldet, etwa 950 blieben unbesetzt (Stand 30.09.2025). Dahinter steht ein Arbeitsmarkt mit rund 1,08 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort (Mitte 2025), von Hafen und Logistik über Groß- und Außenhandel, Industrie und Luftfahrt bis zu Gesundheit und Handwerk. Je größer der Fachkräftemangel ist, desto mehr Betriebe bilden selbst aus, und jeder Ausbildungsbetrieb braucht dafür Personen mit nachgewiesener Ausbildereignung. Für viele ist der AdA-Schein zugleich ein Baustein Richtung Meister oder Fachwirt.

Weil dieser Bedarf alle Hamburger Branchen betrifft, spielt der Lernort bei der Vorbereitung eine kleinere Rolle als der Prüfungstermin: Wer sich online vorbereitet, bindet sich an keinen festen Termine und Kursort.

Die AEVO-Prüfung bei der Handelskammer und der Handwerkskammer Hamburg

In Hamburg gibt es zwei zuständige Stellen. Für gewerbliche, kaufmännische und industrielle Berufe prüft die Handelskammer Hamburg, eine eigenständige Kammer, die alle Aufgaben einer Industrie- und Handelskammer wahrnimmt; eine „IHK Hamburg“ als Organisation existiert nicht, auch wenn der Begriff oft fällt. Für Handwerksberufe ist die Handwerkskammer Hamburg mit ihrem Kompetenzzentrum ELBCAMPUS zuständig.

Der Kern der Prüfung ist bundesweit gleich und in der AEVO festgelegt: ein schriftlicher Teil von drei Stunden mit fallbezogenen Aufgaben aus den vier Handlungsfeldern und ein praktischer Teil von höchstens 30 Minuten. Praktisch zeigst du eine Ausbildungssituation, als Präsentation oder Unterweisung von etwa 15 Minuten, und erläuterst sie im Anschluss daran im Fachgespräch. Wie der schriftliche Teil im Detail aussieht, entscheidet die Kammer: Bei der Handelskammer ist eine Multiple-Choice-Prüfung gebräuchlich, im Handwerk kommen häufiger frei zu bearbeitende Aufgaben vor. Dort ist die Ausbildereignung als Teil IV in die Meisterprüfung integriert; wer den Meister macht, legt keine separate AEVO-Prüfung ab.

Die Prüfung findet in Präsenz bei der Kammer in Hamburg statt und ist damit orts- und termingebunden. Die Vorbereitung ist es nicht: Sie kann in Präsenz, online oder blended absolviert werden.

Voraussetzungen: Wer zur Prüfung zugelassen wird

Für die AEVO-Prüfung selbst gibt es keine speziellen Zulassungsvoraussetzungen. Weder ein bestimmter Schulabschluss noch eine Mindestberufserfahrung sind vorgeschrieben, und auch ein Kursnachweis wird nicht verlangt. Du kannst dich als externer Prüfling direkt bei der Kammer anmelden und ohne vorherigen Lehrgang antreten.

Davon zu trennen ist aber die Frage, wer anschließend im Betrieb tatsächlich ausbilden darf. Um im Ausbildungsvertrag als verantwortlicher Ausbilder benannt zu werden, verlangt § 30 BBiG zusätzlich die fachliche Eignung: in der Regel einen einschlägigen Berufsabschluss oder eine vergleichbare Qualifikation und eine angemessene Zeit Berufspraxis. Die bestandene AEVO-Prüfung ist also der pädagogische Nachweis, nicht automatisch die Erlaubnis, in jedem Beruf auszubilden. Viele legen sie deshalb schon ab, bevor sie offiziell als Ausbilder eingesetzt werden.

Weil die Kammer keine Form der Vorbereitung vorschreibt, steht dir die Wahl frei: Wer die vier Handlungsfelder strukturiert und mit Blick auf die praktische Prüfung durchgehen will, kann das an einem festen Kursort oder ortsunabhängig tun.

Dauer: Wie lange die Vorbereitung berufsbegleitend braucht

Die Dauer hängt nicht vom Stoff als viel mehr vom Format ab. Verbreitet sind drei Möglichkeiten: der Vollzeit-Intensivkurs, der die Inhalte in einer Woche bündelt, der berufsbegleitende Kurs mit Terminen am Abend oder Wochenende über mehrere Wochen, und Online- oder Blended-Formate, die Selbstlernphasen mit virtuellen Terminen verbinden. Die Intensivwoche ist am schnellsten, verlangt aber, dass du fünf Arbeitstage am Stück frei bekommst.

Wie viele Stunden pro Woche berufsbegleitend nötig sind, lässt sich seriös nicht pauschal beziffern; das hängt von Vorkenntnissen, Lerntempo und beruflicher Belastung ab. Fest steht der Rahmen der Prüfung: Der schriftliche und der praktische Teil liegen in der Regel einige Wochen auseinander, und die praktische Unterweisung will vorbereitet sein. Für das Verfahren von der Anmeldung bis zum praktischen Teil solltest du eher ein bis zwei Monate einplanen als wenige Tage.

Wer den Job nicht für eine zusammenhängende Woche unterbrechen kann, verteilt die Vorbereitung über mehrere Wochen; in einem Online-Kurs lassen sich die Einheiten in die Abendstunden legen, ohne dass ein fester Präsenztag im Kalender blockiert werden muss.

Kosten: Kursgebühr plus Prüfungsgebühr der Kammer

Bei den Kosten sind zwei Faktoren zu nennen, die getrennt voneinander anfallen: der Preis für einen Vorbereitungskurs und die Prüfungsgebühr der Kammer. Die Prüfungsgebühr zahlst du unabhängig davon, ob du zuvor einen Kurs belegt hast. In Hamburg liegt sie bei der Handelskammer bei 213 Euro (Stand 2024) und bei der Handwerkskammer bei 225 Euro (Stand 2026).

Die Kursgebühr richtet sich nach dem Format. Ein einwöchiger Vollzeit-Intensivkurs in Hamburg bewegt sich am Markt grob zwischen 400 und 835 Euro (Stand 2026); für Abend-, Wochenend- und reine Online-Formate lässt sich kaum eine belastbare Spanne angeben, weil sich die Angebote hier stark unterscheiden.

Position Zeitrahmen Kosten (Stand 2026)
Vollzeit-Intensivkurs (Präsenz) rund 1 Woche 400–835 €
Berufsbegleitend / online (Vorbereitung) mehrere Wochen bis Monate je nach Anbieter
Prüfungsgebühr Handelskammer Hamburg Prüfungstermin 213 € (Stand 2024)
Prüfungsgebühr Handwerkskammer Hamburg Prüfungstermin 225 €

Bei Präsenzkursen kommen noch Nebenkosten dazu: Fahrtwege zu einem mehrtägigen Kurs quer durch das Stadtgebiet und, bei einer Vollzeitwoche, unter Umständen Verdienstausfall. Diese Posten entfallen bei einem Online-Kurs; die ortsgebundene Prüfungsgebühr in Hamburg bleibt in jedem Fall bestehen.

Förderung: Wer bei der AEVO-Qualifizierung mitzahlt

Du musst die Kosten der Weiterbildung nicht allein tragen. Über das Qualifizierungschancengesetz (§ 82 SGB III) kann dein Arbeitgeber vor Maßnahmenbeginn bei der Bundesagentur für Arbeit einen Zuschuss beantragen, zu den Lehrgangskosten gestaffelt nach Betriebsgröße (unter 50 Beschäftigten bis zu 100 Prozent, bei 50 bis unter 500 bis zu 50 Prozent, darüber bis zu 25 Prozent) und ergänzend zum fortgezahlten Arbeitsentgelt. Für den AdA-Schein greift das aber nur, wenn die Maßnahme mehr als 120 Stunden umfasst. Ein kompakter einwöchiger Kurs liegt meist darunter und ist über diesen Weg nicht förderfähig, ein länger laufendes berufsbegleitendes Format schon eher.

Auf Landesebene läuft 2026 der Weiterbildungsbonus PLUS (getragen von Zwei P, finanziert aus ESF-Mitteln und von der Stadt Hamburg). Er richtet sich an Beschäftigte in Hamburger Betrieben mit bis zu 249 Mitarbeitern und an Selbstständige und übernimmt in der Regel bis zu 40 Prozent der Lehrgangskosten, maximal 750 Euro (bis 1.000 Euro ab 2.500 Euro Kursgebühr); im Handwerk bis zu 75 Prozent oder 1.000 Euro. Der Antrag läuft über das Serviceportal, spätestens vier Wochen vor Beginn der Weiterbildung. Weil sich die Förderphasen jährlich ändern, sind das aber nur Anhaltspunkte; die aktuellen Konditionen klärst du am besten in der Beratung.

Ein Bildungsgutschein ist nur bei Maßnahmen mit AZAV-Zulassung möglich und richtet sich vor allem an Arbeitssuchende. Selbst getragene Kurs- und Prüfungskosten kannst du als beruflich veranlasste Weiterbildung steuerlich als Werbungskosten absetzen. Da das Qualifizierungschancengesetz längere Formate belohnt, erreicht ein über Wochen laufender, meist online zu absolvierender Lehrgang die 120-Stunden-Schwelle leichter als eine Intensivwoche.

Bildungsurlaub in Hamburg: zehn Tage, die zum AEVO-Format passen

Hamburg hat mit dem Hamburgischen Bildungsurlaubsgesetz einen eigenen Freistellungsanspruch: zehn Arbeitstage in zwei aufeinanderfolgenden Kalenderjahren bei einer Fünf-Tage-Woche, bei regelmäßig mehr als fünf Arbeitstagen zwölf Werktage. Der volle Anspruch entsteht erst nach sechs Monaten im Arbeitsverhältnis, und der Bildungsurlaub wird nicht auf den Erholungsurlaub angerechnet; das Entgelt läuft weiter. Die Inanspruchnahme teilst du dem Arbeitgeber in der Regel sechs Wochen vor Start der Weiterbildung mit; ablehnen kann er nur aus dringenden betrieblichen Gründen. Anerkennen muss den Kurs das Referat Bildungsurlaub beim HIBB, üblich sind mindestens fünf Tage.

Die AEVO-Qualifizierung ist häufig betrieblich veranlasst und finanziert; hier läuft die Freistellung eher über eine betriebliche Vereinbarung als über den selbst zu beantragenden Anspruch. Und der Zehn-Tage-Rahmen deckt einen kompakten Vorbereitungsblock von wenigen Tagen tatsächlich ab, während er für einen über Monate laufenden Lehrgang zu knapp wäre.

Seit 2021 erkennt Hamburg auch Online- und Hybridveranstaltungen als Bildungsurlaub an, sofern die Mindeststundenzahl eingehalten und die Teilnahme nachgewiesen wird. Ob ein konkreter Online-Kurs anerkannt ist, hängt damit nicht am Format, sondern an der Anerkennung durch das Referat, die du vor der Buchung klären solltest.

Ausbilderschein online bei der BMA

Die Business & Management Akademie (BMA) bietet die Vorbereitung auf die AEVO-Prüfung als reinen Online-Lehrgang an. Acht Module führen durch die berufs- und arbeitspädagogischen Inhalte bis zur schriftlichen und praktischen Prüfung, insgesamt 187 Unterrichtseinheiten. Die Regeldauer liegt bei drei Monaten, gerechnet auf zwölf Stunden Lernzeit pro Woche; reicht die Zeit nicht, verlängert sich der Zugang automatisch und kostenlos um weitere drei Monate.

Der Lehrgang ist von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht geprüft und zugelassen (Zulassungsnummer 5145224) und entspricht dem Qualifikationsniveau 3. Du beginnst an jedem beliebigen Tag, denn die Inhalte stehen ab dem Buchungstag im Online-Campus bereit. Formale Voraussetzungen gibt es kaum: ein Mindestalter von 18 Jahren, ein schneller Internetzugang und gute Deutschkenntnisse. Nach bestandener Prüfung erhältst du ein Zertifikat in deutscher und englischer Sprache, das unbegrenzt gültig ist und nicht erneuert werden muss.

Der Kurs kostet 299 €; die Prüfungsgebühr der zuständigen Kammer kommt, wie bei jedem Vorbereitungsangebot, separat hinzu. Vorab kannst du den Zugang kostenlos testen, die Gebühr ist in Raten zahlbar, und es gibt eine Geld-zurück-Garantie. In den Bewertungen kommt der Kurs auf 4,9 von 5 Punkten aus 118 Bewertungen. Alle Module und Konditionen findest du auf der Kursseite: Ausbilderschein online.

Häufige Fragen

Ja. Den AdA-Schein bekommst du mit der bestandenen AEVO-Prüfung bei der Kammer, und diese Prüfung ist unabhängig vom Vorbereitungsformat dieselbe. Die Kammer prüft die berufs- und arbeitspädagogische Eignung, nicht, ob und wie du dich vorbereitet hast. Ein online abgeschlossener Vorbereitungskurs steht einem Präsenzkurs damit in nichts nach.

In Hamburg stehen dir zehn Arbeitstage Bildungsurlaub in zwei aufeinanderfolgenden Kalenderjahren zu, der volle Anspruch nach sechs Monaten im Arbeitsverhältnis. Die Veranstaltung muss vom Referat Bildungsurlaub beim HIBB anerkannt sein. Seit 2021 können auch Online- und Hybridkurse anerkannt werden, sofern die Mindeststunden eingehalten und die Teilnahme nachgewiesen wird. Die Inanspruchnahme meldest du in der Regel sechs Wochen vorher an.

Das hängt vom Beruf ab. Für gewerbliche, kaufmännische und industrielle Berufe prüft die Handelskammer Hamburg, die als eigenständige Kammer die Aufgaben einer IHK wahrnimmt; eine „IHK Hamburg“ als Organisation gibt es nicht. Für Handwerksberufe ist die Handwerkskammer Hamburg zuständig. Im Handwerk ist die Ausbildereignung als Teil IV in die Meisterprüfung integriert.

Nein. Für die Prüfung gibt es keine speziellen Zulassungsvoraussetzungen und keinen vorgeschriebenen Kursnachweis; du kannst dich direkt bei der Kammer anmelden. Ein Vorbereitungskurs ist trotzdem angebracht und verbreitet, weil er die vier Handlungsfelder strukturiert und gezielt auf die praktische Unterweisung und das Fachgespräch vorbereitet, die ohne Übung anspruchsvoll sind.

Es fallen zwei getrennte Posten an. Der Preis für einen Vorbereitungskurs ist je nach Format unterschiedlich hoch; ein einwöchiger Vollzeit-Intensivkurs liegt am Markt grob zwischen 400 und 835 Euro (Stand 2026). Dazu kommt in jedem Fall die Prüfungsgebühr der Kammer, in Hamburg 213 Euro bei der Handelskammer (Stand 2024) und 225 Euro bei der Handwerkskammer. Wer als Prüfling ohne Kurs antritt, zahlt nur die Prüfungsgebühr.

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